
Drei Solisten. Eine künstlerische Vision.
Große Musik. Neu entdeckt. Neu erlebt.
Das Trio Valéry
Das Trio Valéry vereint den französischen Pianisten Ingmar Lazar mit den beiden deutschen Musikern Christoph Seybold an der Violine und Johannes Raab am Violoncello. Drei Musiker, deren internationale Konzerttätigkeit sie auf die bedeutendsten Konzertpodien der Welt geführt hat. Die internationale Presse beschreibt ihre künstlerischen Persönlichkeiten mit Begriffen wie „magnetische Präsenz“, „Weltklasse“ und einer Klangqualität, „nach der jeder Musiker suchen sollte“. Im Trio Valéry verbinden sich diese außergewöhnlichen individuellen Qualitäten zu einer gemeinsamen künstlerischen Handschrift.
Was dieses Ensemble auszeichnet, ist weit mehr als die Summe dreier Solisten. Das Trio Valéry verbindet höchste musikalische Exzellenz mit einer kompromisslosen gemeinsamen Idee: Jedes Werk verdient es, immer wieder neu entdeckt zu werden. Nicht, weil Originalität ein Selbstzweck wäre. Nicht, weil man bewusst anders sein möchte. Sondern weil große Musik unerschöpflich ist.
Mit derselben Neugier, mit der ein Wissenschaftler eine Quelle neu liest oder ein Restaurator Schicht für Schicht ein Meisterwerk freilegt, begegnet das Trio jeder Partitur. Vertraute Hörgewohnheiten werden hinterfragt, Gewissheiten überprüft und der Blick konsequent auf das gerichtet, was im Werk selbst verborgen liegt. Gerade daraus entstehen Interpretationen von verblüffender Frische, die bekannte Meisterwerke in einem neuen Licht erscheinen lassen – nicht durch Effekte, sondern durch eine außergewöhnliche Nähe zum musikalischen Gedanken.
Diese künstlerische Haltung verbindet sich mit einer Klangkultur von außergewöhnlicher Intensität. Auf historischen Meisterinstrumenten von Stradivari und Goffriller entfaltet das Trio eine außergewöhnliche Farbenvielfalt – von feinster kammermusikalischer Transparenz bis zu nahezu orchestraler Kraft. Jede Aufführung lebt von höchster Präzision, spontaner Inspiration und dem Mut, Musik im Augenblick neu entstehen zu lassen.
Wer ein Konzert des Trio Valéry besucht, hört nicht nur große Werke des Repertoires. Er erlebt sie mit neuen Ohren. Denn das Ziel des Ensembles ist es nicht, Bekanntes zu wiederholen, sondern das Vertraute wieder überraschend werden zu lassen – lebendig, unmittelbar und so, als entstünde es genau in diesem Moment zum ersten Mal.

Live
Sergej Rachmaninow - Trio élégiaque Nr. 1 g-Moll
Live aufgenommen im Hôtel Le Marois, dem Sitz des Cercle France-Amériques, Paris, Frankreich, am 29. Juni 2026.
Franz Schubert – Notturno Es-Dur, D 897
Live aufgenommen im Hôtel Le Marois, dem Sitz des Cercle France-Amériques, Paris, Frankreich, am 29. Juni 2026.
Die Künstler

Ingmar Lazar
zählt zu den herausragenden französischen Pianisten seiner Generation. Bereits im Alter von sechs Jahren gab er sein Konzertdebüt in der Pariser Salle Gaveau. Seither führten ihn seine internationale Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker auf die bedeutenden Konzertpodien Europas, Asiens und des Nahen Ostens, darunter das Concertgebouw Amsterdam, das Mozarteum Salzburg, das Rudolfinum Prag, der Herkulessaal München, La Seine Musicale Paris sowie die Große Halle des Tschaikowsky-Konservatoriums in Moskau. Darüber hinaus ist er Gründer und künstlerischer Leiter des Festivals du Bruit qui Pense sowie der Konzertreihe des Château de Commarin, die sich beide als feste Größen im französischen Musikleben etabliert haben.
Seine Einspielungen werden von der internationalen Fachpresse regelmäßig mit höchstem Lob bedacht. Das Magazin Classica würdigte ihn als Pianisten von „magnetischer Präsenz“, dessen Spiel „zum Wesen jedes Werkes vordringt“. Mehrere seiner Aufnahmen wurden mit der Höchstwertung ausgezeichnet und von France Musique als „Le Choix de France Musique“ empfohlen. Seine Diskographie bei Lyrinx und Hänssler Classic mit Werken von Schubert, Beethoven, Franck dokumentiert die außergewöhnliche stilistische Bandbreite seines Repertoires. Sein Spiel verbindet höchste technische Souveränität mit poetischer Ausdruckskraft, architektonischer Klarheit und einer außergewöhnlichen klanglichen Differenzierung.
Als langjähriger Steinway Artist gehört Ingmar Lazar zu jener kleinen Gruppe von Pianisten, die in enger Verbindung mit der weltweit renommiertesten Klaviermarke stehen. Im Trio Valéry bildet sein Spiel das klangliche und formale Fundament des Ensembles. Mit seinem außergewöhnlichen Gespür für Proportion, Transparenz und Klangfarben eröffnet er den Streichern einen Raum größtmöglicher Freiheit und schafft jene musikalische Architektur, aus der ein atmender, lebendiger Ensembleklang entsteht.

Christoph Seybold
zählt zu den profiliertesten deutschen Geigern seiner Generation. Seine Konzerttätigkeit führte ihn als Solisten und Kammermusiker auf bedeutende Konzertpodien Europas, Nord- und Südamerikas, Israels und Japans.
Er musizierte unter anderem im Berliner Konzerthaus, der Hamburger Laeiszhalle, dem Herkulessaal München sowie mit Orchestern wie der Klassischen Philharmonie Bonn, der Philharmonie der Nationen, dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn und dem Polnischen Kammerorchester.
Die internationale Presse beschreibt sein Spiel als kraftvoll, farbenreich und von außergewöhnlicher Bühnenpräsenz. Die Süddeutsche Zeitung bezeichnete ihn als „Weltklasse-Geiger“, andere Kritiker hoben seinen unverwechselbaren Ton und seine spontane Musikalität hervor.
Seine Einspielungen erscheinen regelmäßig bei renommierten Labels. Seine jüngste Aufnahme der Sonaten für Violine und Cembalo von Johann Sebastian Bach mit Yorck Kronenberg bei Hänssler Classic unterstreicht einmal mehr seine intensive Auseinandersetzung mit Bachs Musik und „verbindet stilistische Klarheit mit großer interpretatorischer Freiheit.“
Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit steht dabei stets die Suche nach einer Interpretation, die technische Brillanz mit stilistischer Authentizität und lebendiger Unmittelbarkeit verbindet.
Christoph Seybold spielt auf historischen Meisterinstrumenten von Stradivari und Gagliano. Im Trio Valéry verbindet er technische Brillanz, gestalterischen Mut und eine außergewöhnlich farbenreiche Klangkultur zu einer musikalischen Sprache von unmittelbarer Ausdruckskraft.
Sein Spiel vereint höchste Präzision mit jener Spontaneität, aus der lebendige Interpretation entsteht.

Johannes Raab
begann seine Laufbahn als Solocellist führender deutscher Orchester, bevor er seine Tätigkeit vollständig der Kammermusik, und der solistischen Tätigkeit zu widmen begann. Heute zählt er zu den international gefragten deutschen Cellisten seiner Generation.
Konzertreisen führten ihn als Solisten und Kammermusiker durch Europa, Asien und Südamerika. Seine Arbeit verbindet höchste technische Präzision mit außergewöhnlicher stilistischer Vielseitigkeit und einer unverwechselbaren Klangästhetik.
Die internationale Presse und bedeutende Musikerpersönlichkeiten beschreiben sein Spiel mit außergewöhnlicher Wertschätzung. Professor Daniel Graf hebt die Verbindung aus „höchster musikalischer Intelligenz und musikalischem Instinkt“ hervor und zählt ihn zu den „besten Interpreten unserer Zeit“.
Bernard Greenhouse, Gründungsmitglied des legendären Beaux Arts Trio, rühmte seine „edle Klangqualität, nach der jeder Cellist suchen sollte“.
Darüber hinaus ist Johannes Raab ein gefragter Dozent bei internationalen Meisterkursen und ist Gründer der International Music Academy Germany (IMAG).
2027 erscheint seine neue Solo-CD mit Werken von Johann Sebastian Bach, Giuseppe Maria Clemente Dall’Abaco sowie eigener Kompositionen. Die Einspielung entstand auf historischen Instrumenten von Antonio Stradivari, Domenico Montagnana und Matteo Goffriller und versteht sich als Fortsetzung seiner langjährigen Auseinandersetzung mit dem barocken Violoncellorepertoire.
Johannes Raab spielt im Trio Valéry das Violoncello „Shan-Shui“ von Matteo Goffriller (Venedig, 1714) sowie ein Giovanni Grancino (Mailand, 1695) und einen goldmontierten Violoncellobogen von Dominique Peccatte (Paris, 1860) aus dem Besitz des legendären Cellisten Hugo Becker.

UNSERE PHILOSOPHIE
Trio Valéry über das Dechiffrieren einer Partitur
Jeder Komponist übersetzt seine musikalische Gedanken in ein System von Zeichen. Die daraus entstehende Partitur ist der Versuch, etwas Flüchtiges dauerhaft festzuhalten. Sie ist nicht die Musik selbst, sondern ihre Chiffre, eine über Jahrhunderte gewachsene, hochkomplexe Form musikalischer Verschlüsselung, deren Grammatik sich mit jeder Epoche weiterentwickelt hat. Die Partitur überdauert die Zeit. Die Musik selbst tut es nicht. Sie muss immer wieder neu entstehen, in jenem Augenblick, in dem die verschlüsselten musikalischen Gedanken wieder in lebendige Wirklichkeit übersetzt werden.
Genau das ist die Aufgabe des Interpreten. Sie besteht darin, die in der Partitur niedergelegten musikalische Idee wieder hörbar und lebendig werden zu lassen. Für das Trio Valéry verwirklicht sich darin zugleich der Musiker selbst. Nicht indem er seine Persönlichkeit an die Stelle des Werkes setzt, sondern indem er seine instrumentale Beherrschung, seine Klangfantasie, sein stilistisches Urteilsvermögen und seine musikalische Vorstellungskraft dafür einsetzt, den Kern eines jeden Werkes möglichst vollständig zum Erklingen zu bringen.
Aus dieser Perspektive ist das Dienen am Werk kein Gegensatz künstlerischer Selbstverwirklichung, sondern ihre eigentliche Form. Nicht der Wunsch nach persönlichem Selbstausdruck oder danach, einem Werk Originalität hinzuzufügen, bildet den Mittelpunkt der Interpretation, sondern die Frage, welche musikalische Aussage in der Partitur eingeschrieben ist und wie sie mit den Mitteln des Interpreten ihre überzeugendste Gestalt finden kann. Gerade in dieser Haltung liegt für das Trio Valéry die höchste Form künstlerischer Selbstverwirklichung: Das Werk verwirklicht sich durch den Interpreten, und der Interpret verwirklicht sich darin, dem Werk seine Stimme zu leihen. Auch und vor allem verlangt Interpretation ein Höchstmaß an Demut gegenüber dem musikalischen Gedanken den der Musiker vorfindet. Und da sich ein Werk in seiner gesamten Tiefe niemals vollständig erschließen lässt, kann auch eine Interpretation niemals abgeschlossen sein. Jede Aufführung bleibt deshalb der gegenwärtige Stand einer fortdauernden Annäherung. Offen für neue Einsichten, neue Zusammenhänge und unendlich viele neue Möglichkeiten des Hörens.
Aus diesem Verständnis heraus trägt das Ensemble den Namen Trio Valéry.
Paul Valéry beschrieb jedes Kunstwerk als etwas, das niemals vollendet, sondern irgendwann losgelassen wird: « Un poème n’est jamais achevé, seulement abandonné. » Nicht weil nichts mehr hinzuzufügen wäre, sondern weil jeder schöpferische Prozess einen Punkt erreicht, an dem weitere Arbeit nicht mehr zu Gewissheit, sondern lediglich zu neuen Möglichkeiten führt.
Für das Trio Valéry beschreibt dieser Gedanke nicht nur den schöpferischen Akt, sondern ebenso die musikalische Interpretation. Jede Aufführung ist der gegenwärtige Stand einer fortdauernden Annäherung an den im Werk verschlüsselten musikalischen Gedanken. Keine Interpretation erhebt den Anspruch auf Endgültigkeit. Sie bleibt Zwischenstand einer Suche, deren Ziel zwar niemals vollständig erreicht werden kann, deren Richtung jedoch mit jeder ernsthaften Beschäftigung klarer wird.
Gerade aus dieser Haltung erwächst jene Freiheit, die das Trio Valéry sucht. Sie entsteht nicht dort, wo sich der Interpret von der Partitur löst, sondern eben dort, wo er sie immer tiefer durchdringt. Je klarer sich der musikalische Kern eines Werkes erschließt, desto größer wird der Raum, in dem Interpretation lebendig, spontan und persönlich werden kann.
Diese Haltung prägt auch die gemeinsame Probenarbeit des Ensembles. Jede ernsthafte Beschäftigung mit einer Partitur eröffnet unterschiedliche, gleichermaßen schlüssige Möglichkeiten des Hörens und Gestaltens. Sie werden nicht gegeneinander verteidigt, sondern im gemeinsamen Musizieren erprobt, verändert, weitergeführt oder wieder verworfen. Entscheidungen entstehen nicht aus dem Wunsch nach einer endgültigen Lösung, sondern aus der Überzeugung, dass jede Interpretation lediglich eine weitere Entwicklungsstufe auf dem Weg zu einem tieferen Verständnis des Werkes darstellt. Gerade deshalb bleiben die Proben von Offenheit, Neugier und gegenseitigem Vertrauen geprägt.
Interpretation bedeutet aus dieser Sicht nicht, zwischen richtig und falsch zu wählen, sondern innerhalb einer klar umrissenen Idee immer feinere Differenzierungen zu entdecken. Jede Aufführung markiert eine neue Stufe dieser Annäherung und lässt Klang, Ausdruck und Form in einem neuen Zusammenhang erfahrbar werden.
Form bedeutet für das Trio Valéry nicht Begrenzung, sondern Zusammenhang. Sie ist jene unsichtbare Ordnung, welche die Musik von innen trägt und ihren Spannungsbögen Richtung verleiht. Aus ihr entstehen Ausdruckskraft, Poesie, klangliche Farbigkeit und jene Geschlossenheit, die große Interpretationen über den einzelnen Moment hinauswirken lässt.
Aus diesem Grund besitzt Klang für das Trio Valéry niemals ausschließlich ästhetischen Wert. Klang ist Bedeutung. Jede Klangfarbe, jede Gewichtsverlagerung, jede Veränderung des Timbres und jede bewusste Gestaltung einer Tonverbindung verändert die Aussage eines musikalischen Gedankens. Klangästhetik wird damit nicht zum Selbstzweck, sondern zur Sprache der Interpretation. Klangkultur bedeutet nicht Schönheit um ihrer selbst willen, sondern die Fähigkeit, musikalische Bedeutung in ihren feinsten Nuancen hörbar werden zu lassen.
Diese Vorstellung von Interpretation findet ihren unmittelbarsten Ausdruck im Klang des Ensembles.
Getragen wird dieses Klangideal von drei Solisten, deren internationale Konzerttätigkeit sie auf die bedeutenden Konzertpodien Europas, Asiens und Amerikas geführt hat. Trotz ihrer unterschiedlichen musikalischen Biografien verbindet sie eine gemeinsame Überzeugung: Große Kammermusik entsteht dort, wo Individualität nicht aufgegeben, sondern in den Dienst einer gemeinsamen Idee gestellt wird.
Der französische Pianist Ingmar Lazar gehört zu den profiliertesten Musikern seiner Generation. Sein Spiel verbindet außergewöhnliche technische Souveränität mit einer seltenen poetischen Gestaltungskraft und einem tiefen Verständnis musikalischer Architektur. Wo das Klavier im Trio die großen formalen Zusammenhänge trägt, verbindet er Übersicht mit feinster klanglicher Differenzierung und eröffnet den Streichern einen Raum größtmöglicher Freiheit. Seine international ausgezeichneten Einspielungen, seine Konzerttätigkeit auf den bedeutenden Bühnen Europas, Asiens und Nordamerikas sowie seine Arbeit als Gründer und künstlerischer Leiter zweier französischer Festivals spiegeln dieselbe künstlerische Haltung wider: Virtuosität ist niemals Selbstzweck, sondern Ausdruck eines musikalischen Gedankens.
Der deutsche Geiger Christoph Seybold bringt eine ebenso kraftvolle wie spontane musikalische Persönlichkeit in das Ensemble ein. Seine Tonkultur verbindet Entschlossenheit mit außergewöhnlicher Farbigkeit; Seine Musizierweise verbindet Spontaneität mit gestalterischem Mut und verleiht jeder Aufführung jene Unmittelbarkeit, die nur im gegenwärtigen Augenblick entstehen kann. Im Zentrum steht dabei stets die Suche nach einem Klang, der Ausdruckskraft und Natürlichkeit miteinander verbindet. Regelmäßige Einspielungen ergänzen seine Konzerttätigkeit. Seine jüngste Aufnahme der Bach-Sonaten spiegelt exemplarisch jene Verbindung aus stilistischer Klarheit, klanglicher Farbigkeit und spontaner Musikalität wider, die seine künstlerische Persönlichkeit prägt.
Der Cellist Johannes Raab versteht Klanggestaltung als einen schöpferischen Prozess, in dem jede musikalische Situation ihre eigene klangliche Antwort verlangt. Seine von Kritikern vielfach hervorgehobene Klangästhetik verbindet höchste technische Präzision mit außergewöhnlicher Sensibilität für Tonverbindung, Klangfarben und musikalische Proportionen. Bernard Greenhouse beschrieb seinen Klang als eine Qualität, „nach der jeder Cellist suchen sollte“, Prof. Daniel Graf hob die Verbindung aus technischer Meisterschaft, musikalischer Intelligenz und Instinkt hervor. Mit einer für 2027 geplanten Solo-CD widmet sich Johannes Raab dem barocken Solorepertoire. Die Einspielung versteht sich als Fortsetzung seiner langjährigen Beschäftigung mit historischer Aufführungspraxis und wird ihn zugleich erstmals auch als Komponisten präsentieren.
Die gemeinsame Suche nach größtmöglicher klanglicher Differenzierung wird von Instrumenten getragen, die seit Jahrhunderten Maßstäbe europäischer Instrumentenbaukunst setzen. Als langjähriger Steinway Artist verbindet Ingmar Lazar seine künstlerische Arbeit mit jenem Flügel, der seit Generationen das Klangideal des internationalen Konzertlebens prägt. Christoph Seybold spielt auf einer Stradivari sowie einer Violine von Niccolò Gagliano, Johannes Raab auf dem Violoncello „Shan-Shui“ von Matteo Goffriller aus dem Jahr 1714 und einem Giovanni Grancino, 1695 in Mailand geschaffen. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft verbindet diese Instrumente eine außergewöhnliche klangliche Komplexität, Farbigkeit und Flexibilität. In den Händen ihrer Musiker werden sie zu Werkzeugen einer Klangkultur, die feinste Abstufungen von Charakter, Spannung, Poesie und Ausdruck ermöglicht und so den musikalischen Gedanken in seiner ganzen Tiefe hörbar werden lässt.
Gerade in der Verbindung unterschiedlichster musikalischer Persönlichkeiten liegt die besondere Identität des Ensembles. Drei Solisten begegnen sich nicht, um ihre Individualität aufzugeben, sondern um sie in eine gemeinsame musikalische Sprache zu überführen. Aus pianistischer Architektur und Raffinesse, geigerischer Ausdruckskraft und cellistischer Klangkultur entsteht ein Ensembleklang, dessen Ziel nicht größtmögliche Homogenität, sondern größtmögliche Wahrhaftigkeit ist. Nicht Gleichförmigkeit, sondern das lebendige Gleichgewicht dreier eigenständiger Stimmen bildet den Kern des gemeinsamen Musizierens.
Gerade darin findet die Kammermusik für das Trio Valéry ihre tiefste Bedeutung. Für alle drei Musiker bildet sie nicht den Gegenpol ihrer solistischen Tätigkeit, sondern deren konzentrierteste Form. Sie verlangt größtmögliche Eigenverantwortung und zugleich die Bereitschaft, den eigenen musikalischen Gedanken jederzeit in den Dienst eines größeren Ganzen zu stellen. So wird Kammermusik zu jener Kunstform, in der Freiheit, Form, Klang und Verantwortung ihre unmittelbarste Verbindung eingehen.
Die künstlerische Heimat des Trio Valéry liegt im großen Repertoire der Wiener Klassik, der deutschen Romantik und des französischen Fin de siècle. In diesen Werken verbinden sich formale Architektur, poetische Ausdruckskraft und klangliche Differenzierung in einer Weise, die dem künstlerischen Selbstverständnis des Ensembles in besonderem Maße entspricht. Dabei verfolgt das Trio kein festes Klangideal. Jedes Werk verlangt seine eigene Sprache, seine eigene Farbpalette und sein eigenes inneres Gleichgewicht. Klang entsteht nicht aus der Suche nach einem unverwechselbaren Schönklang, sondern aus der Bereitschaft, jedem Werk jene Klangwelt zu eröffnen, die seiner inneren Idee entspricht.
Darin liegt das eigentliche Klangideal des Trio Valéry: nicht in einem wiedererkennbaren Ensembleklang, sondern in der Fähigkeit, jedem Werk seine eigene Sprache, seine eigene Farbpalette und sein eigenes inneres Gleichgewicht zu eröffnen.
Das Trio Valéry erkennt seine Aufgabe im Paradox musikalischer Interpretation. Der Musiker verwirklicht sich selbst am vollständigsten dort, wo er nicht sich selbst ausdrücken will. Indem er seine ganze Persönlichkeit, seine Individualität und seine Kunstfertigkeit in den Dienst eines musikalischen Gedankens stellt, entsteht jene Freiheit, die nicht vom Werk wegführt, sondern immer tiefer in es hinein.
Dort beginnen für das Trio Valéry musikalische Wahrhaftigkeit, Authentizität und die niemals abgeschlossene Suche nach dem in jeder Partitur verschlüsselten musikalischen Gedanken.


















